Einige Daten und Fakten zur Geschichte von Holtershausen.

Chronologische Zeittafel der Ortsgeschichte.

Die Gegend um Holtershausen war recht früh besiedelt, wie Funde von Faustkeilen und Speerspitzen aus der Steinzeit auch in der Holtershäuser Feldmark belegen.

Bereits lange vor dem Jahr 1000 soll ein sächsischer Edelhof namens Haholdeshusen bestanden haben, welcher früher fälschlicherweise für den Ursprung von Bad Arolsen (Kleinstadt in Nord-Hessen) gehalten wurde.  Erstmals eindeutig zuordnen lässt sich der Ort Holtershausen im Jahr 1148, als Graf Hermann II. von Winzenburg an das Stift Gandersheim (gegen die Burg Schildberg) 14 Hufen Land,  und zwar 10 Hufen in Bru(y)nessen (Brunsen), Haholdeshusen (Holtershausen) und Hildebrechteshusen (Hilprechtshausen), 2 in Siboldshusen (Seboldshausen) und 2 in Ellethehusen vertauscht. Bezeugt wird dieser Tausch von einem Edlen Hahold de Ruden und Hahold de Burnham.

Der Ortsname wird deshalb ein Personenname sein, wie bereits Lamprecht 1863 ausführt, und ist auf das Grafen-Geschlecht der Haholde zurückzuführen, dass im 10. und 11. Jahrhundert amtierte. Dr.Phil. Karl Steinacker erwähnt den Ort 1910  in seinem Werk “Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Gandersheim” ebenfalls als die “Behausung eines Hahold”.  In mehreren Orten (u.a. Greene) in der Region um Holtershausen lassen sich Schenkungen und Bezeugungen der Haholde im 12.Jahrhundert urkundlich belegen.

Der Ortsname veränderte sich im Laufe der Geschichte noch mehrere Male (siehe Daten und Fakten zur Geschichte) und fand erst ab ca. 1715 zu seiner heutigen Schreibweise.

Karte von 1793

Karte von 1878

Wenig war aus diesen alten Tagen erhalten geblieben, Kriege und der natürliche Zerfall haben vieles unwiederbringlich zerstört und so gestaltete es sich sehr schwierig nach Informationen aus dieser “Anfangszeit” in Staatsarchiven und Kirchenbüchern zu suchen. Und dennoch gelang es in den letzten Jahren zwei Heimatkundlern aus Holtershausen, auch über ihren Ort hoch interessante Dinge zu erfahren und eine beeindruckende Ortsgeschichte aufzuarbeiten.

Postkarte, ca. 1918

Postkarte, ca. 1926

Von Mönchen, Edelhof und Steinwerk in Holtershausen

Seit gut 200 Jahren besagt die Legende, dass es einst ein Kloster in Holtershausen gegeben haben soll. Flurnamen und Bezeichnungen wie Mönche-Lieth, Mönche-Holz, Mönchsbreite, Wüster Winkel Sagen und historische Aufzeichnungen zeugten schon immer von einer interessanten Vergangenheit. Aber niemanden war mehr bekannt, was es mit dieser Geschichte wirklich auf sich hat.

Im Jahr 1868 schrieb der Einbecker Stadthistoriker Heinrich-Ludwig Harland folgendes in seinen Chroniken:

Das Wort “Lidt” ist ein altdeutesches, und bedeutet einen Bergabhang. Die Mönke- oder Mönchelidt ist daher ein an der Nordseite der Hube bebaueter Abhang, welcher früher Mönchen gehört hat. Fragt man die umwohnenden Landleute, so heißt es gewöhnlich: “Es hat dort ein Kloster gestanden;” man will sogar die Stelle, wo die Gebäude gestanden haben, wissen. Die wirkliche Thatsache ist folgende:

Die Länderei, welche man mit dem Namen Mönkelidt bezeichnet, gehörten ehemals den Klosterbrüdern in Amelunxborn. Da es aber in alten Zeiten schwer hielt, Ländereien zu verpachten, so sahen sich die Cistercienser Mönche zu Ameluxborn genöthigt, das Land selbst zu bestellen und hatten hinter der Hube ein kleines Vorwerk, ähnlich dem Mönchehof in Einbeck. Es bestand dies Vorwerk wahrscheinlich nur aus einem Wohnhaus mit Stallungen und Scheune. Nachdem das Kloster zu Amelunxborn säcularisiert war, fiel die Länderei auf der Mönchelith an die herzogliche Domäne zu Greene.

Zehn Jahre später, bei der 1878 niedergelegten Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmäler im Lande Braunschweig, auf welche sich Dr.Steinacker 1910 bezieht, heißt es, dass das Überbleibsel eines Klosters in der “Mönche-Lieth” (Flurname: Lieth bedeutet schräg ansteigender Berg) mit Brunnenschacht, Grundmauern, und Teichbett bei der Separation verschwunden sein soll.

Auch der Braunschweiger Stadtgeometer F.Knoll erwähnt in seinem 1897 erschienen Buch “Topographie des Herzogtums Braunschweig”, dass in der Mönche-Lieth ehemals ein Kloster gestanden haben soll.

Zahlreiche regionale Heimatkundler des frühen 20.Jahrunderts übernahmen diese Berichte und trugen somit zur Vertiefung der Klosterlegende bei.

In den letzten Jahren haben sich, durch zahlreiche Besuche in den niedersächsischen Staatsarchiven, neue Abschriften alter Texte ins Hochdeutsche, Besuche von Museen der Region und Dank der Hilfe des Internets, aber erstaunliche Fortschritte in der Aufarbeitung der Ortsgeschichte von Holtershausen ergeben.

Alle Nachfragen in den Archiven, auch des Zisterzienser-Ordens in Amelungsborn, zeigten, dass sich kein Kloster nach gängiger Vorstellung im oder bei dem Ort nachweisen lässt. Allerdings wurde im Jahr 2010 in einer alten Grenzkarte aus dem 18.Jahrhundert, das bis dahin nicht genau lokalisierbare Flurstück “In der Mönchelieth” im Grenzbereich der Feldmark Greene/ Holtershausen wiederentdeckt, welches die Berichte von Harland und Dr.Steinacker in einem neuen Licht erscheinen liessen. An besagter Stelle sind noch heute sowohl ein Teichbett, als auch weitere markante Bodenformationen erkennbar. Ferner lassen sich zahlreiche historische Wege, die sich im besagten Flurstück kreuzen nachweisen, die teils heute noch als Hohlwege sichtbar sind.

Durch intensive Urkunden- und Kartenrecherche in den Staatsarchiven Wolfenbüttel und Hannover und den regionalen Museen, gelang es, die Geschichte der “Mönchelieth” und des Ortes Holtershausen aufzuarbeiten.

Es lässt sich heute belegen, dass sich oberhalb von Holtershausen (1km in süd-östliche Richtung) in dem Flurstück “In der Mönchelieth” einst die kleine Dorfschaft Ratgodessen befand, die wahrscheinlich nur aus zwei bis drei Hofstellen bestand. Das Zisterzienser-Kloster Amelungsborn erwarb 1298 eine Hälfte des Dorfes von den Erben des Ritters Konrad von Wenzen und schließlich 1301 die zweite Hälfte, die es vom Erzbischof von Mainz erhielt. Wie es bei den Zisterziensern gängige Praxis war, errichteten sie in Ratgodessen eine sog. Grangie. Bei einer Grangie handelte es sich um einen zisterziensischer Gutsbetrieb, der im Eigenbau durch Laienbrüder (fratres conversi, fr. barbati, familiares) und Lohnarbeiter (mercennarii) unter der Leitung eines Grangiars (grangiarius, magister grangiae = Hofmeister) bewirtschaftet wurde. Der Grangiar war dem Kellermeister (cellerarius) des Klosters Amelungsborn rechenschaftspflichtig. Die in den Außenbezirken des Klosterlandes gelegenen Grangien betrieben neben Ackerbau auch Obst- und Weinbau, Pferde-, Schaf- und Fischzucht. Zum Baubestand einer Grangie gehörten neben Wohnhäusern auch Stallungen, Heuschober, Getreidekasten und diverse Werkstätten. Wo derartige zisterziensische Eigenwirtschaften entstanden waren, erweiterten sie ihr Agrarland auf Kosten der eingesessenen Bauern, deren Flächen sie durch Kauf und Tausch, aber auch durch Erpressung oder Gewaltanwendung an sich brachten, so dass nicht selten ganze Dörfer wüst fielen, bzw. in die Gutsform der Zisterzienser aufgingen. An der Stelle an dem sich einst der Ort Ratgodessen befand betrieben die Mönchen aus Amelungsborn nun ihren eigenbewirtschafteten Außenhof, der viele Jahre bestanden haben muss und scheinbar von großer Bedeutung war, denn er war in der Region als “Abtshof” (Abt= Klostervorsteher) bekannt. Der Ortsname Ratgodessen wird nach 1308 nicht mehr urkundlich erwähnt, sämtliche weiteren Erwähnugen stammen aus Abschriften späterer Jahrhunderte mit teils abweichender Schreibweise. Der Ort wird auch 1380 nicht mehr unter den Dörfern der advocacia Grene aufgezählt, zu jener Zeit wird schon die knapp vierzig Jahre später urkundlich belegbare Bezeichnung “Abtshof” gebräulich gewesen sein. Erste archäologische Untersuchungen lassen den Verdacht zu, dass es sich bei diesem Abtshof um eine sehr große, eventuell auch mit einem Wall umbaute Anlage mit mehreren Teichanlagen gehandelt haben könnte (Urkunden sprechen von insgesamt 16 Hufen Land, ca. 480 Morgen). Ferner lässt sich der Betrieb von mehreren Kalkmeilern (Kalköfen) durch die Mönche urkundlich nachweisen. Nachdem sich das Kloster Amelungsborn mehr und mehr von seinen Außenhöfen zurückzog, fiel der Abtshof an die braunschweigische Landesherrschaft. Am 24.August 1421 ist schließlich in einer Urkunde folgendes zu lesen:

Hans von Mingerode (Mynningerode) der Ältere, Knappe, überträgt mit Zustimmung der Demeke, seiner Ehefrau, und seines Bruders Heinrich den ihnen von der braunschweigischen Herrschaft zu Lehen gegebenen Abtshof genannten, auf der anderen Seite der “Hufe” (Hube) bei Einbeck gelegenen Hof dem Augustiner-Kloster in Einbeck.

Der Abtshof kommt somit in den Besitz des Augustiner-Klosters (ein Bettelmönch-Orden)zu Einbeck. 1436 überlässt ihnen Herzog Otto von Braunschweig-Lüneburg diesen Abtshof gar als “freies Eigentum”. Dass dem Augustiner-Orden dieser Hof gelegen kommt, hat einen Grund, denn bereits am 12.März 1385 erwerben sie im Dorf Holtershausen, unterhalb des Abthofes, Land und wichtige Grundstücke (siehe unten). Stück für Stück erhalten sie in den kommenden Jahrzehnten das komplette Land in und um Holtershausen und verfügen so, zusammen mit den Ländereien des Abtshofes, über ein großes Gebiet hinter der Hube. Diese Herrschaft dauert 152 Jahre, bis ihr Land, der Abtshof und das Dorf Holtershausen 1537 im Zuge der Reformation an den Herzog fällt. Da es sicherlich etwas ungewöhnliches war und sich in den Archiven nicht viele Abtshöfe in Niedersachsen finden lassen, hat sich aus dieser großen und besonderen Anlage mit Fischzucht u.v.m. die Klosterlegende entwickelt, die noch viele Jahrhunderte später die Menschen faszinierte. Diese Anlage wurde noch nie genauer erforscht, archäologische Untersuchungen werden zeigen, welche Funde noch auf ihre Entdeckung warten.

Eine weitere geschichtliche Besonderheit in Holtershausen hat ihren Ursprung ebenfalls im Dunkeln der Geschichte: In der besagten Urkunde Nr.17 des Augustiner Klosters zu Einbeck wird 1385 vermerkt, dass Hans von Bonekenhusen und seine Söhne, dem Augustiner Kloster zu Einbeck und Bruder Dietrich von Eynem, 2 Hufen Land bei dem Steinwerke und Sattelhof im Dorfe Holdeshusen verpfänden.

Die Brisanz dieser Urkunden liegt in der Erwähnung eines Steinwerkes in Holtershausen. Steinwerke wurden ursprünglich als Speicherbauten und Zufluchtstätten für Adlige errichtet. Als Vorbild dienten vermutlich die auf den Land gelegenen Turmhügelburgen des Adels. Diese massiven oft mehrgeschossigen Steinwerke hatten ein wehrhaften, verteidigungsfähigen Charakter, um wertvolles Gut feuerfest aber auch vor räuberischen Gefahren zu schützen. In ländlichen Regionen wurden diese Steinwerke, die meist komplett aus Bruch- und Feldsteinen gefertigt waren, oft auf großen landwirtschaftlichen bzw. adeligen Hofstellen (“Sattelhof”- ebenfalls 1385 in Holtershausen erwähnt) geführt. Zwischen der sonst üblichen Holz-Fachwerkbauweise der Wohngebäude in Holtershausen dürfte sich dieses Steinwerk sehr abgehoben haben und muss für die Menschen damals etwas besonderes gewesen sein. (siehe auch Ländliche Steinwerke)

Ländliches Steinwerk ( hier in der Gemeinde Ankum)
Ländliches Steinwerk ( hier in der Gemeinde Ankum)

Der Ursprung dieses Steinwerkes reicht sicherlich in die Gründungszeit der Ortschaft Holtershausen zurück. Bis in die 1990er Jahre hielt man die nord-hessische Stadt Arolsen fälschlicherweise für das alte Haholdeshusen und berief sich auf einen sächsischen Edelhof, welcher in diesem Ort bereits im 9.Jahrhundert erwähnt und dem Grafengeschlecht der Haholde zugeschrieben wurde. Nähere Forschungen belegten dann aber, dass Aroldessen und nicht Haholdeshusen als Erstbeleg für Arolsen anzusehen war, weshalb man diese Theorie heute längst offiziell verworfen hat. In der Gandersheimer Urkunde von 1148 vertauscht Graf Hermann II. von Winzenburg nachweislich Land in Haholdeshusen (Holtershausen), Brunessen (Brunsen) und weiteren Orten in der näheren Umgebung von Holtershausen. Als Zeugen tauchen in dieser Urkunde noch Nachfahren der Haholde auf, ein Hahold de Ruden und Hahold de Burnham. Der bezeugte Graf Hahold !., der im 10.Jahrhundert lebte, hatte einen Bruder und Sohn namens Brun und so kann es auch kein Zufall sein, dass die Nachbarorte Brunsen und Holtershausen erstmalig als Brunessen und Haholdeshusen erwähnt werden (Behausung eines Brun und Behausung eines Hahold).

Es ist also somit sicherlich berechtigt, den Edelhof der Haholde in Holtershausen zu suchen, zumal die Lage im Kreuzungsbereich zweier alter Heerstraßen (heute B 3 & B 64) ideal für Funktion und Zweck eines solchen sächsischen Edelhofes war.  Auch das nachweisliche Vorhandensein eines Steinwerkes im Dorf, spricht für eine ehemalige bedeutende Hofstelle in Holtershausen. (siehe dazu auch die Zeittafel der Ortsgschichte)

Leider ist von diesem Steinwerk nicht viel baulich erhalten geblieben. Eine alte Steinmauer in der Ortsmitte zeugt aber noch von den Resten dieses Steinwerkes. Als diese Mauer im Jahr 2006 für Reparaturarbeiten geöffnet wurde, kamen gewaltige Bruchsteinquader zum Vorschein. Einer dieser Quader, war gar mit Löchern zum Abfluss o.ä. versehen und wies eindeutige Bearbeitungsspuren auf.

Geöffnete Steinmauer in der Ortsmitte, mit großen Steinquadern
Steinmauer in der Ortsmitte, mit großen Steinquadern

Die dreiteilige Brunser Kirche war in ihrem Ursprung (kleinere Teil, der sog.Altarraum) ebenfalls ein Steinwerk, wie der Einbecker Stadtarchäologe Dr. Stefan Teuber im Jahr 2012 nach Hinweisen aus Holtershausen feststellen konnte. Genauere Untersuchungen stehen noch an, aber auch hier liegt die Verbindung zu den Haholden nahe.

Anders als in Brunsen, in dem aus dem Steinwerk eine Kirche entstand, dürfte der jahrhunderte-lange  Einfluß und das Wirken der Zisterzienser- und Augustiner- Mönche in Holtershausen auch der Grund dafür sein, weshalb der Ort nie eine Kirche oder Kapelle besessen hat, denn bis 1598 lässt sich keine Zugehörigkeit zu einer Pfarrstelle nachweisen. Erst  nach der Reformation wurde Holtershausen schließlich nach Brunsen eingepfarrt.

Die Familie “von (de) Holdeshusen”

Viele deutsche Familiennamen stammen oftmals von Berufsbezeichnungen (Meier, Müller, usw.) oder den Herkunftsorten ab. So taucht im Jahr 1348 auch erstmals ein  Familiename de Holdeshusen in unserer Region auf. Dieser Familienname läßt sich noch über viele Jahrzehnte in den Städten der näheren Umgebung von Holtershausen nachweisen, bis er schließlich im 15.Jahrhundert verschwindet.

Dorfbeschreibung

Die erste ausführliche Beschreibung des Dorfes wurde in dem Rezess  zur 1.Separation im Jahr 1761 festgehalten.  Damals bestand  das Dorf aus 5 Kleinkothöfen und einem Hirtenhaus. Das Dorf und die Feldmark wurde vermessen, beschrieben und kartographiert, sowie sämtliche Besitzverhältnisse festgehalten.

Aus der Zeit vor 200 Jahren wird berichtet:

“Das Dorf enthält fünf Kotstellen, sechs Feuerstätten und 44 Einwohner. Seine Feldmark ist äußerst schlecht und mitten zwischen Holzung und Gebüsch gelegen. Dagegen hat es einen einträglichen Obstbau, woraus die Einwohner nebst dem Garnspinnen, Weben und Holzhandel ihre vorzügliche Nahrung ziehen.”

Sechzig Jahre später, 1863, berichtet A.Lamprecht in seinem Lehrbuch über das Herzogtum Braunschweig:

Holtershausen, einst Holdershus, am Hube, hat in 7 Feuerstellen 77 Einwohner und keine Schule, ist Filial von Brunsen, wohin die hiesigen schulpflichtigen Kinder auch zum Unterricht gehen. Die Einwohner beschäftigen sich, da der Grund und Boden der hiesigen Feldmark nicht besonders ist, viel mit Obstbaumzucht, Holzhandel, Spinnerei und Weberei. Der Name des Ortes ist ein Personenname…Das Dorf, welches von den Sachsen gegründet wurde, besteht aus 5 Kothhöfen und 4 Anbauer- und Brinksitzerwesen.

1881  schreiben Friedrich Knoll und R. Bode in ihrem Buch „Das Herzogtum Braunschweig- Heimatstunde für Schule und Haus“ :

Holtershausen. Dorf unter der Hube. 49 Einwohner. Die zweitkleinste selbständige Gemeinde des Landes (!). Obstbau.

Die Moderne fand schließlich erst recht spät Einzug in Holtershausen; so wurde elektrischer Strom erst im Jahre 1923 verfügbar. Über eine geteerte Dorfstraße konnten sich die Einwohner erst Ende der 1950er Jahre freuen und die Ortswasserleitung für jeden Haushalt wurde gar erst 1963 verlegt, die alten Hausbrunnen vor jedem Gebäude wurden somit nicht mehr benötigt.

Arbeiter des Baurates Dr. Mügge

Erste Dreschmaschine 1939

Ungeteerte Dorfstraße, Mitte der 50er

Alltag auf der Dorfstraße, ca. 1959

Von der Gastwirtschaft und öffentlichen Gebäuden

Eine Gastwirtschaft existierte in Holtershausen etwa von 1830 bis 2004. Sie war ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer in der Region. Bis in die 1970er Jahre kam ihr als einzige Anlaufmöglichkeit für Geselligkeiten aller Art und Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft eine besondere Bedeutung im Ort zu.

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges, als Holtershausen durch die vielen Flüchtlinge aus den Ostgebieten weit über 100 Einwohner hatte, wurden die Räumlichkeiten der Gaststätte zur Schule umfunktioniert . 1949 wurde aufgrund der großen Kinderzahl sogar ein Antrag auf ein zweites Klassenzimmer gestellt.

Bis 1955 gab es eine Pflichtfeuerwehr in Holtershausen. Im April 1955 erklärten sich dann 23 junge Männer bereit eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. 1964 wurde ein kleines Gerätehaus für einen Feuerwehr-Anhänger in der Ortsmitte errichtet, welches bereits 10 Jahre später durch den Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses mit angeschlossenem Gerätehaus ersetzt wurde. Ein Kinderspielplatz wurde im Jahr 1967 auf einem Stück Gemeindeland in der Ortsmitte angelegt.

Bis 1974 war Holtershausen eine selbständige Gemeinde, mit eigenem Bürgermeister und Finanzhaushalt. Durch die Gebietsreform wurde Holtershausen in die Stadt Einbeck eingemeindet. Politisch wird Holtershausen seit 1974 vom “Ortsrat Auf dem Berge” (ein Zusammschluß mehrerer Ortschaften) vertreten; es gelang der Ortschaft aber aufgrund der geringen Zahl der Wahlberechtigten im Ort lange Zeit nicht einen eigenen Vertreter in diesem Ortsrat zu stellen, erst bei der Kommunalwahl 2016 gelang dieses einem Kandidaten aus Holtershausen.

Gemeinde Holtershausen 1960
Auf der Dorfstraße ca. 1969

(Quellenangabe: siehe Zeittafel)